5 Gründe für globale Bildung: Olaf in der Beek und Dr. Christoph Hoffmann

In dieser Interviewreihe kommen Menschen zu Wort, die sich für globale Bildung engagieren. Dies geschieht im Rahmen der Kampagne RAISE YOUR HAND, mit der sich die Globale Bildungspartnerschaft (GPE) für die Finanzierung und Transformation von Bildung in 90 einkommensschwachen Ländern einsetzt. Für die Arbeit in den Jahren 2021-2025 soll der GPE-Fonds um 5 Milliarden US-Dollar aufgefüllt und über innovative Instrumente weitere 3 Milliarden mobilisiert werden.

May 12, 2021 by GPE Secretariat
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4 minutes read
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5 Gründe für globale Bildung: Olaf in der Beek und Dr. Christoph Hoffmann

Dr. Christoph Hoffmann ist Mitglied des Deutschen Bundestages und entwicklungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion. Er ist unter anderem Mitglied im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie im Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung.

Olaf in der Beek ist ebenfalls FDP-Abgeordneter im Bundestag. Dort engagiert er sich fachlich vor allem im Entwicklungsauschuss und im Umweltausschuss. Gemeinsam mit Dr. Hoffmann und anderen Fraktionskolleg*innen setzt er sich bereits seit einigen Jahren für globale Bildung ein und hat u.a. kürzlich einen Antrag seiner Fraktion initiiert, in dem zu einem stärkeren finanziellen Engagement Deutschlands für die GPE aufgerufen wird.

Was schätzen Sie besonders an der Arbeit der Globalen Bildungspartnerschaft (GPE)?

Bildung ist der Schlüssel für Fortschritt und Wohlstand. Die GPE ist die einzige multilaterale Organisation, die dieses so wichtige Thema so erfolgreich vorantreibt. Gleichzeitig verfolgt GPE einen extrem nachhaltigen und modernen Ansatz: Länder, die mit der GPE zusammenarbeiten wollen, müssen selbst auch dazu bereit sein, einen eigenen Beitrag zur Bildung zu leisten.

Damit bietet die GPE nicht nur dort Zugang zu Bildung, wo es ihn sonst nicht geben würde, sondern sorgt auch für eine langfristige Perspektive, damit Partnerländer die Bedeutung von Bildung erkennen und sie eigenständig finanzieren. Das ist ein Erfolgsrezept, von dem auch andere Programme und Organisationen lernen können.

Warum war Ihnen der Einsatz für ein stärkeres deutsches Engagement in der GPE so wichtig?

Entwicklungszusammenarbeit hat das Ziel, den Menschen die Freiheit zu geben, ohne materielle Not selbstbestimmt und eigenverantwortlich ihr Leben zu gestalten und ihren Kindern eine gute Zukunft zu ermöglichen. Schwerpunkt müssen also Bildung und die Förderung von Investitionen sein, die den Menschen vor Ort zugutekommt. Nur wer lesen, schreiben und rechnen kann, hat gute Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben.

Bildung ist außerdem die Basis für eine Demokratie. Gerade Deutschland tut gut daran, multilaterale Initiativen zur Grundbildung aktiv zu unterstützen. Zwar sind wir bereits heute sehr engagiert im Bereich der Aus- und Weiterbildung. Aber was nützt es, wenn die Menschen nicht lesen, schreiben und rechnen können, also die Grundvoraussetzungen für weiterführende Bildung fehlen? Deshalb sind wir hier ganz besonders gefordert.

Was wünschen Sie sich für globale Bildung bis zum Jahr 2025?

Ganz klar: Einen höheren Anteil von Mädchen in Schulen und auch längere Bildungszeiten für Mädchen! Gleichberechtigung in der Bildung hat enorme Auswirkungen auf das Verständnis der Rolle der Frau in einer Gesellschaft.

Wir respektieren jeden Lebensentwurf, wünschen uns aber, dass heranwachsende Mädchen unabhängig sind, lernen und arbeiten können sowie über Verhütung selbst entscheiden dürfen. Aufklärung und Bildung sind dafür unabdingbar. Gerade deshalb wollen wir die GPE dabei unterstützen, bis 2025 bis zu einer Milliarde Kindern in 90 Ländern Zugang zu Bildung zu ermöglichen.

Welche Rolle spielt Deutschland dabei? Welche Chance bietet der Weltbildungsgipfel (Global Education Summit) im Juli 2021?

Deutschland muss Bildung als Priorität einstufen. Das gilt für die Innen- sowie für die Entwicklungspolitik. In der Entwicklungspolitik muss Deutschland noch mehr Engagement im Bereich Bildung und insbesondere der Grundbildung zeigen. Das gilt in relativ stabilen Entwicklungsländern genauso wie in Kriegs- und Krisengebieten. Gleichzeitig müssen wir unser Engagement in den unterschiedlichen Bildungs- und Ausbildungsbereichen besser verzahnen, um echte Zukunftschancen zu schaffen.

Hierfür bietet der Global Education Summit die richtige Plattform: Wenn wir „Leave no one behind“ ernst meinen, dann müssen wir einen signifikanten Beitrag leisten. Denn: Die gerade heranwachsende Generation werden die Staatsmänner und -frauen von morgen. Ohne Bildung wird es keinen nachhaltigen Frieden, dafür aber immer wieder Raum für Hass und Terrorismus geben – das kann dieser Gipfel unterstreichen.

Welcher Moment oder welche Person hat Sie während Ihrer Schullaufbahn so sehr positiv beeinflusst, dass Sie heute noch davon profitieren?

Dr. Christoph Hoffmann: Es war mein Englischlehrer. Ich erinnere mich, dass er sehr hart war. Ich habe mich aber immer gerecht behandelt gefühlt. Ich denke, dass ich dadurch sehr viel Ehrgeiz bekommen haben, indem ich seine Ziele erreichen wollte. Alte Schule, mir hat es dennoch gut getan. (lacht)

Olaf in der Beek: Bei mir war es tatsächlich auch eine Englischlehrerin, die meine Motivation und meinen Ehrgeiz weckte. So konnte ich am Ende die höhere Handelsschule gut abschließen und auch danach davon profitieren. Für das Lernen von Französisch hat es aber dann dennoch nicht gereicht. Da gab es nur eine Gnaden-Fünf-minus. (lacht)

Olaf in der Beek und Dr. Christoph Hoffmann machen mit bei #RaiseYourHand und unterstützen die GPE-Finanzierungskonferenz.
Olaf in der Beek und Dr. Christoph Hoffmann machen mit bei #RaiseYourHand und unterstützen die GPE-Finanzierungskonferenz.
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Europe and Central Asia: Germany

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