5 Gründe für globale Bildung: Sonja Steffen und Christoph Matschie

In dieser Interviewreihe kommen Menschen zu Wort, die sich für globale Bildung engagieren. Dies geschieht im Rahmen der Kampagne RAISE YOUR HAND, mit der sich die Globale Bildungspartnerschaft (GPE) für die Finanzierung und Transformation von Bildung in 90 einkommensschwachen Ländern einsetzt. Für die Arbeit in den Jahren 2021-2025 soll der GPE-Fonds um 5 Milliarden US-Dollar aufgefüllt und über innovative Instrumente weitere 3 Milliarden mobilisiert werden.

March 31, 2021 by GPE Secretariat
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3 minutes read
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5 Gründe für globale Bildung: Sonja Steffen und Christoph Matschie

Christoph Matschie ist Mitglied des Deutschen Bundestages und engagiert sich dort unter anderem als Entwicklungs- und Bildungsexperte. Er ist stellvertretender außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und Sprecher des Unterausschusses Vereinte Nationen, internationale Beziehungen und Globalisierung.

Sonja Steffen ist ebenfalls Abgeordnete im Bundestag. Dort engagiert sie sich unter anderem im Haushaltsausschuss. Als Berichterstatterin der SPD-Bundestagsfraktion ist sie für den Einzelplan 23, also den Etat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, zuständig. Gemeinsam mit Christoph Matschie hat sie sich in den vergangenen Jahren für ein stärkeres deutsches Engagement innerhalb der GPE eingesetzt.

Herr Matschie, warum war es Ihnen in den vergangenen Jahren so wichtig, dass sich Deutschland stärker in der Globalen Bildungspartnerschaft (GPE) engagiert?

Matschie: Bildung ist die mit Abstand wichtigste Ressource einer Gesellschaft, und sie ist für jeden einzelnen Menschen Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben. Deshalb ist es für mich außerordentlich wichtig, dass wir denjenigen Staaten helfen, die gute Bildung für alle nicht aus eigener Kraft realisieren können.

Gerade auf dem afrikanischen Kontinent mit seinem hohen Bevölkerungswachstum und oft schwachen staatlichen Strukturen ist diese Unterstützung enorm wichtig.

GPE bündelt Kräfte und sorgt mit seiner Art der Kooperation dafür, dass die Partnerstaaten auch selbst größere Anstrengungen zur Verbesserung des Bildungssystems unternehmen. Dieser ganzheitliche Ansatz ist genau das, was wir zur Verbesserung der Bildung brauchen.

Wo sehen Sie beim Thema globale Bildung aktuell die größten Herausforderungen?

Matschie: Allen Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen, auch über die Grundschule hinaus, ist nach wie vor die Aufgabe Nummer 1. Das erfordert sowohl Infrastruktur als auch Personal.

In Staaten mit hohen Geburtenraten ist das ein Wettlauf gegen die Zeit, da das Angebot sehr schnell ausgeweitet werden muss. Zusätzlich müssen Hindernisse ausgeräumt werden, die den Schulbesuch von Mädchen erschweren.

Die zweite entscheidende Aufgabe besteht darin Unterricht in einer angemessenen Qualität anzubieten. Dabei kommt es vor allem auf die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern an. Auch diese Aufgabe müssen wir unterstützen.

Frau Steffen, wie sollte sich Deutschland zukünftig für globale Bildung engagieren? Welche Chance bietet die GPE-Finanzierungskonferenz im Juli 2021?

Steffen: Wir haben unseren Beitrag für die GPE und in globale Bildung im allgemeinen in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht. Diesen Weg sollten wir weiter gehen, jeder in Bildung investierte Euro spart ein vielfaches an Entwicklungszusammenarbeit in den kommenden Jahren ein.

Finanzierungskonferenzen sind dabei ein wichtiges Instrument für dieses Anliegen zu werben und auch die Erfolge zu präsentieren. Ich hoffe, dass nicht nur die deutschen Beiträge, sondern auch die Gesamtsumme der verbindlichen Zusagen trotz – beziehungsweise gerade wegen – der Corona-Pandemie weiter steigen und mehr in gute Bildung investiert wird.

Was wünschen Sie sich für die Arbeit der GPE in den Jahren 2021-2025?

Steffen: Ich würde mir wünschen, dass die Erfolge der GPE so offensichtlich sind, dass die weitere Finanzierung keine Frage mehr sein darf. Noch schöner wäre es natürlich, wenn möglichst viele Staaten so stabil sind, dass sie die Hilfen nicht mehr in Anspruch nehmen müssen. Eine Welt ohne Gefälle an Wohlstand und Chancen bleibt mein Ziel.

Welcher Moment oder welche Person hat Sie während Ihrer Schullaufbahn so sehr positiv beeinflusst, dass Sie heute noch davon profitieren?

Matschie: Ich erinnere mich an einen Lehrer, der tolle Exkursionen und Klassenausflüge mit uns organisiert hat. Seine Botschaft war dabei: Ihr müsst ein Team sein und euch gegenseitig unterstützen. Gemeinschaft, Freundschaften und Solidarität sind genauso wichtig wie Wissen. Ich finde das nach wir vor hochaktuell.

Steffen: Ich hatte einen sehr guten Deutschlehrer, der allerdings lieber Philosophie unterrichtete als Deutsch. Er hat mir sehr viele Impulse gegeben. Zum Beispiel, dass man sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen darf.

Das prägt bis heute meine Arbeit, übrigens vor allem im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit. Stillstand bedeutet Rückschritt, und deshalb muss hier kontinuierlich weiter an dem Ziel der globalen Bildung gearbeitet werden.

Christoph Matschie und Sonja Steffen machen mit bei #RaiseYourHand und unterstützen die GPE-Finanzierungskonferenz.
Christoph Matschie und Sonja Steffen machen mit bei #RaiseYourHand und unterstützen die GPE-Finanzierungskonferenz.
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